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Arbeitsbericht

über die Herstellung des Marmorengels „Serafine”

Seit 1989 arbeite ich als Bildhauerin hauptsächlich mit dem Cristallina-Marmor aus dem Pecciatal im Tessin. Den Block Nr. 31 für den zweiten großen Engel habe ich im August 2008 in 1000 m Höhe am Fuß des Steinbruchs gefunden. Es ist ein Colombo classico, hell, cremeweiß mit braunem Glimmer und hellen Calcitkristallen, die in der Sonne glitzern. Nach reiflicher Überprüfung konnte ich erwarten, dass die Engelskulptur in der Größe 2,20 m x 1,25 m x 0,75 m unbeschadet darin war.

Pecciatal Steinbruch Block 31

Ich kaufte den Block bei der Cristallina SA in Peccia und ließ ihn Anfang Mai 2009 mit einem italienischen Tieflader zur Firma Bovere Graniti in Premosello Chiovenda nach Norditalien bringen. Dort wurde der Block aufgesägt und dem Modell des Engels entsprechend in die grobe Außenform geschnitten. Der Steinblock hatte glücklicherweise gehalten, was er versprochen hatte. Alles passte gut!

Säge Grundform Engel

Zur gleichen Zeit packte ich zu Hause mein Werkzeug (kleine und große Flex, kleine und große Schleifscheiben, Hämmer und Meißel, Pressluftpistole, Schutzbrille, Ohrstöpsel, Handschuhe, Lederkappe, und vieles mehr) und mein Zelt mit Campingzubehör ins Auto und startete zum Campingplatz Mergozzo in Italien.

Am 20. Mai begann ich dort vor Ort bei der Firma Bovere Graniti meine gestalterische Arbeit am Engel:

Arbeiten am Engel Marmorscheiben am Kopf Eine Schulter entstand
Mit Kohle zeichnete ich die Konturen präziser und spitzte und flexte überstehendes Gestein ab. Ich schnitt die Flügeleinschnitte so tief es ging, den Kopf seitlich und rundherum kleiner. Eine Schulter entstand.
     

Eiförmige Sitzmulde

Arbeiten am Flügel Arbeiten am Flügel
Ich zeichnete und spitzte die eiförmige Sitzmulde ein, brach rundherum die scharfen Kanten und meißelte mit Hammer und verschiedenen Meißeln die fedrigen Flügelspitzen.
     
>Grober Kopf Schmaler Kopf Armbeugen
Dann noch 8 Tage den Kopf kleiner, schmaler, bis sich seine Textur mit der der Mulde harmonisch verband, und noch 2 Armbeugen hineingespitzt.
     
Serafine ... fertig

Dann alles grob anschleifen und ... fertig!

Vor mir steht Serafine!

     

7 Wochen sind vergangen. Puh! Heiß und staubig war's und einsam und viel Kletterei auf und ab mit dem selbsterstellten Arbeitsgerüst. 33 Arbeitstage à 8 Stunden waren es!

Ich bin froh, dass ich fertig bin, nach Hause kann, mein Zelt mit meiner Wohnung und meine Luftmatratze mit meinem weichen Bett austauschen kann.

Doch - ich liebe diese Arbeit, diesen Stein, dieses Abenteuer, dieses Italien, diese Berge und bin glücklich, dass alles wieder mal so gut geklappt hat!

Engel Serafine
 

Ich finde Serafine elegant und weich und bin sicher,
der Engel wird viele Menschen berühren und erfreuen.

Sie auch?

Was sagen Sie?
Wohin fliegt er?
Zu welcher Person?
Zu welchem Platz?

Rufen Sie mich an, wenn es Ihnen einfällt...

 

Guna Scheffler
Altenhof, den 9. Juli 2009

Telefon +49 (0) 43 51-47 55 23